Menschenskinder Teltow

Unsere Standards

 

Der Umfang der Aufsicht orientiert sich an den alters- und entwicklungsbedingten Besonderheiten der Kinder, den örtlichen Gegebenheiten sowie der Art der jeweiligen Einrichtung.

Mit dem Betreuungsvertrag übertragen die Eltern die Verantwortung zur Aufsichtspflicht auf die Erzieher/innen der Kita. Die Pädagogen entscheiden auf der Grundlage ihrer Professionalität und Fachlichkeit, in welchem Rahmen die Aufsicht zu führen und zu gewährleisten ist.

Kinder haben ein Recht auf Erziehung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung sowie auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Dieses Recht verbietet Bevormundung, Gängelei und fortwährende Kontrolle.

Die Fürsorge- und Aufsichtspflicht umfassen angemessene Maßnahmen, Vorkehrungen und Anordnungen die zu treffen sind, um die Kinder vor Schaden zu bewahren und zu verhindern, dass andere Personen durch sie Schaden erleiden.

Zu viel Aufsicht ist ein Verstoß gegen die Zielsetzung und den Auftrag der Kita, denn zu viele Einschränkungen behindern die Entwicklung der Selbständigkeit und das Erlernen, Verantwortung für sich und andere zu tragen.

Pädagogische Praxis heißt, den Kindern durch eine sinnvoll wahrgenommene Aufsichtspflicht genügend Freiraum zu bieten, ihre Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit zu stärken - entsprechend ihrer persönlichen Reife.

Deutlich wird, dass die Aufsichtspflicht keine Dauerbeobachtung und ständige Verhaltenskontrolle der Kinder verlangt. Gefahren und Risiken sollen von den Kindern nicht ferngehalten werden, sofern diese von ihrem Entwicklungsstand und ihren Fähigkeiten her mit ihnen umgehen können.

Kinder benötigen Grenzerfahrungen, sie lernen am Ausprobieren. Nur wenn Kinder mit Gefahren umgehen können, können sie lernen und sind vor ihnen sicherer.

Die Erzieher/innen achten darauf, dass vorhersehbare Gefahren abgewandt werden. Sie weisen Kinder auf Gefahren hin und üben mit ihnen das selbständige, verantwortungsbewusste Handeln. Folgende Schritte werden dabei beachtet:

  1. Regeln, Ge- und Verbote sowie Konsequenzen aus dem Nichtbefolgen werden gemeinsam erarbeitet und aufgestellt (bis auf wenige Ausnahmen)
  2. Erwachsene informieren, erinnern, belehren, ermahnen
  3. Erwachsene überwachen, kontrollieren stichprobenartig (nach dem Aufstellen neuer Regeln häufiger)
  4. Erwachsene greifen ggf. ein.

Seiner Aufsichtspflicht nachzukommen verlangt einschätzen zu können, was Kinder tun, ihnen zu vertrauen, sich ab und zu zu vergewissern, dass alles geregelt abläuft (Stichproben). Die Erzieher/innen schätzen die Gefährlichkeit der jeweiligen Tätigkeit ein und passen ihr Handeln dementsprechend an. Dabei soll den Kindern dennoch ein gewisser Spielraum eingeräumt werden, um Fähigkeiten beim Umgang mit gefahrgeneigten Tätigkeiten zu erlernen (siehe Erläuterungen oben im Text).

Weg von der Schule in den Hort:

Zu den Aufgaben der Horterzieher/innen gehört, sich Kenntnisse über das Gebiet des Hortweges und eventuelle Gefahrenquellen zu verschaffen. Sie gehen den Weg mit den Kindern der jüngeren Klassen gemeinsam. Anhand des Entwicklungs- und Wissenstandes der Kinder übertragen die Erzieher/innen zunehmend die Verantwortung für den Weg von der Schule in den Hort an die Kinder. Dabei werden die Kinder angehalten, den Weg nur in kleinen Gruppen zu bewältigen.

Per Gesetz sind die Eltern für den Weg von der Schule zum Hort verantwortlich (siehe unten Auszug aus dem Informationsschreiben des Ministeriums für Bildung/Jugend und Sport des Landes Brandenburg). Fehlen den Kindern für das selbstständige Bewältigen des Weges von der Schule zum Hort noch die notwendigen Fähigkeiten, ist es wichtig, dass neben dem Elternhaus also auch der Hort diesen Entwicklungsschritt aktiv unterstützt.

Die grundsätzlichen Erziehungsziele im Hort zielen darauf ab, dass Kinder allmählich üben, ihre Freizeit selbständig und verantwortungsbewusst zu gestalten. Nach dem Besuch der Horteinrichtung beginnt eine Zeit, in der das Kind für einen Teil des Tages auf sich gestellt ist.

Wir gehen in unseren Horten wie folgt vor:

  • Die Klassen werden nach Unterrichtsschluss von einem/r Erzieher/in abgeholt. Im Besonderen die jüngeren Klassen werden intensiver begleitet und mit dem Weg vertraut gemacht.
  • Kinder ab der dritten Klasse, die alleine den Weg bewältigen können, laufen grundsätzlich zu dritt oder mit mehreren Kindern.
  • Mit allen Kindern wird präventiv erarbeitet und besprochen, wie man sich bei Gefahr verhält.

Der Weg zu externen Freizeitangeboten, z.B. zu AG`s in der Schule oder zu externen Sportangeboten liegen in der Verantwortung der Eltern.

Auszüge aus Informationsschreiben des MBJS vom 6.1.1994

„Abgrenzung der Aufgaben und Zuständigkeiten von Schule und Hort als Grundlage der notwendigen Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen - Informationsschreiben des MBJS vom 6.1.1994 Az. V/52.90 (ABl. MBJS S. 20) (...) Bezugnehmend auf die Verwaltungsvorschriften über die Wahrnehmung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht an Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft vom 27.1.1992 wird folgende Klarstellung vorgenommen. Es gibt vier fürsorge- und aufsichtspflichtige Gruppen, deren Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten im Grundsatz zu trennen sind, weil erst auf der Basis klarer Strukturen auch klare Absprachen zur gegenseitigen Unterstützung möglich werden (...)

1. Die Eltern bzw. die Erziehungsberechtigten: Sie sind für die Wege zur Schule/zum Hort und von der Schule/vom Hort zuständig. Aufgrund gemeinsamer Absprachenkönnen diese Aufgaben (z.B. auf Beschäftigte der Schule/des Hortes) übertragen werden. (... )

4. Der Hort: Der Hort ist für die Kinder, die im Hort angemeldet sind, zuständig. Die Aufsichtspflicht beginnt, wenn die Kinder in den Hort kommen, endet, wenn sie ihn wieder verlassen und beinhaltet auch Aktivitäten außerhalb der Einrichtung oder des Geländes. Ist zwischen Schule und Hort ein Weg zurückzulegen, so gilt grundsätzlich die Verantwortlichkeit der Eltern (s. 1.). Die Eltern können ihre Aufsichtspflicht für die Wege, für die Betreuung nach Unterrichtsschluss bei Unterrichtsausfall etc. real nicht wahrnehmen. Deshalb müssen zwischen Eltern und Hort Absprachen und Regelungen über den Betreuungsumfang getroffen werden, (...)[1].

In den gesetzlich feststehenden Elternrechten (§ 1626 BGB Elterliche Sorge, Grundsätze) und den sich hierauf beziehenden Gesetzen, insbesondere dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) sowie in den entsprechenden Ausführungsbestimmungen sind Erziehungsziele formuliert. Diese beinhalten, dass die Erziehungsberechtigten angehalten sind, fortlaufend die wachsende Selbständigkeit der Kinder zu fördern.

Stand: Dezember 2014


[1] Kindertagesbetreuung in Brandenburg, Zweites Gesetz zur Ausführung des Achten Buches des Sozialgesetzbuches– Kinder- und Jugendhilfe

Bildungsprozesse werden im Bildungsauftrag der Kindertagesstätten als Selbstbildungsprozesse definiert. Um der Selbstbildung des Kindes gerecht zu werden, um es im Erkunden seiner Umwelt zu begleiten, müssen wir Pädagogen das Kind in seinem Tun und Handeln gezielt beobachten. Mit dem Beobachten und Dokumentieren unterstützen wir Pädagogen die selbsttätige Aneignungsweise der Kinder und begleiten das Kind auf seinem individuellen Weg, die Welt für sich zu erschließen.

Die Beobachtungen bilden die Grundlage für unsere pädagogische Arbeit. Gezieltes Beobachten heißt ungeteilte Aufmerksamkeit für jedes einzelne Kind zu unterschiedlichen Zeiten. Somit erfährt jedes Kind auch eine Wertschätzung seiner Persönlichkeit.

Beobachtungen dienen zur Einschätzung der Kompetenzentwicklung des Kindes. Auf der Grundlage von Beobachtungen werden die kindlichen Bildungsprozesse sichtbar und entsprechend begleitet und unterstützt. Wir Erzieherinnen können durch das Beobachten des Kindes erfahren, womit es sich beschäftigt, welche Stellung es in der Gruppe hat und wie seine Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgeprägt sind.

Im Anschluss an die Beobachtungen sind die Auswertungen wichtig, um subjektive Interpretationen möglichst auszuschließen. Hierbei ist der Austausch im Team zwingend notwendig. Durch die Beobachtung von Kindern werden konkrete Handlungsziele für die pädagogische Arbeit von den Pädagogen erarbeitet.

Beobachtungen haben zum Ziel, die pädagogische Arbeit zu planen und gruppen-dynamische Prozesse zu steuern. Sie dienen als Grundlage für Fallgespräche im Team und daraus resultierenden weiteren Handlungsschritten zur Kompetenzförderung der Kinder. Gewonnene Deutungen und Vermutungen zum Thema des Kindes werden genutzt, um dem Kind oder einer Gruppe von Kindern Angebote zu ermöglichen, die den Interessen, Neigungen und dem Entwicklungsstand entsprechen. Durch eine gezielte Beobachtung und die daraus entstehenden Angebote wird die soziale Integration eines jeden Kindes in die Gemeinschaft optimaler gefördert.  Aus der Beobachtung heraus  werden Interessen und Bedürfnisse der Kinder erkannt und entsprechend die Raumgestaltung entwickelt bzw. verändert sowie Material angeschafft. Damit kein Informationsverlust entsteht und Lernprozesse festgehalten werden, wird dokumentiert.

Für die Beobachtungen werden in den einzelnen Kindereinrichtungen unterschiedliche Instrumente eingesetzt:

  • Frühwarnsystem: Grenzsteine der frühkindlichen Entwicklung
  • Beobachtungsbögen in den Kindergärten und Horten
  • Foto- und Lerngeschichten

Da Beobachtungen und Dokumentationen in Abständen wiederholt werden, können wir anhand dieser die Entwicklung des Kindes und seine Bildungsprozesse sichtbar machen.

Diese Aufzeichnungen stellen wir in einem Beobachtungsordner (Portfolio) für jedes Kind zusammen. Ausgewählte Materialien stellen wir in den Kitas aus.

Durch gezielte Beobachtungen und entsprechende Dokumentationen sind die Pädagogen/Pädagoginnen gegenüber den Eltern oder in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder aussagekräftig.

Jährlich führen wir mit den Eltern anhand der dokumentierten Beobachtungen Gespräche über die Entwicklung ihres Kindes.

Beobachtungen können aus unterschiedlichen Ausgangslagen heraus erfolgen. Im Zusammenhang mit Besonderheiten des Kindes, Entwicklungsverzögerungen und beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung unterliegen die Dokumentationen dem Datenschutz und müssen in einem abschließbaren Schrank aufbewahrt werden.

Weiterführende Hinweise bzw. Aussagen zur Beobachtung (Quelle: Prof. Dr. Malte Mienert/Universität Bremen):

Was können Erzieher/innen für die Bildung der Kinder tun?

Gesellschaftliche Erwartungen kennen und hinterfragen

  • Erziehungs- und Handlungsziele reflektieren und dokumentieren
  • Bildungsprogramme prüfen
  • Eigene Verantwortung für den Bildungsprozess des Kindes wahrnehmen
  • Erziehungspartnerschaft mit Eltern
  • Kooperation mit Schule

Individuelles Leistungsvermögen erkennen

  • Leistungen realistisch einschätzen
  • nicht Entwicklungsdiagnostik, sondern prüfen, ob das Kind normal entwickelt ist

Lernerfahrungen und Selbstbildungsprozesse dokumentieren

  • Systematische und spontane Beobachtungen notieren
  • mit früheren Aufzeichnungen vergleichen
  • individuelle Entwicklungsabläufe aufzeigen

Interessen der Kinder fördern                                            

  • Bildungsthemen der Kinder beobachten
  • Bildungsprozesse nicht unterbrechen
  • in den Bildungsbereichen Lernerfahrungen ermöglichen
  • Bindungssicherheit/ Bezugsperson herstellen
  • Emotionen des Kindes sowie eigene Emotionen wahrnehmen
  • Beobachten, nicht bewerten

Zusammenfassung aus den Arbeitsgruppen der Erzieher/innen:

  • Durch Kommunikation und Dokumentation werden Beobachtungen Elemente der Teamarbeit.
  • Unterschiedliche Beobachtungsbögen helfen gezielt, das Kind in unterschiedlichen Situationen systematisch zu beobachten.
  • Strukturierte Leitfragen ermöglichen eine bewusste Beobachtung des Kindes.
  • Über Beobachtung wenden sich die Erzieher/innen Situationen, Themen und Bildungszugängen jedes einzelnen Kindes zu.
  • Beobachtungen ermöglichen neue Einblicke und Sichtweisen auf die individuellen Bildungsprozesse der Kinder.
  • Beobachtungen bilden die Grundlage für Gespräche mit den Eltern.

Stand: Juni 2017

In unseren Kindertagesstätten sind die Räume so gestaltet, dass es für die Kinder aller Altersstufen jede Menge zu entdecken gibt. Wir bieten den Kindern klar strukturierte Bereiche (sog. Bildungsinseln entsprechend der unten genannten Pädagogischen Grundsätze des Landes Brandenburg) zum Ausprobieren, Experimentieren und Forschen an, ausgestattet mit vielseitigen Materialien. In diesem kindgerechten Umfeld werden die Kinder zur Eigeninitiative und intensiven Auseinandersetzung mit der Umwelt angeregt. Selbstbildungsprozesse werden somit in Gang gesetzt und unterstützt. Wichtig ist uns, dass die Kinder sowohl ihrem Bedürfnis nach Kreativität und Bewegung als auch nach Rückzug und Ruhe nachgehen können.

Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, gibt es unterschiedlich gestaltete und ausgestattete Spielbereiche und ein vielfältiges Materialangebot, dass zum intensiven Spiel, zum Ausprobieren und Erkunden auffordert.

Grundlage und Leitfaden unserer pädagogischen Arbeit – auch im Bereich der Raumgestaltung – sind die Grundsätze elementarer Bildung des Landes Brandenburg. Daraus leitet sich unser Bildungsauftrag ab (à siehe auch „Unsere pädagogischen Ziele“).

Auf folgende sechs Bildungsbereiche wird dort näher eingegangen:

Körper, Bewegung und Gesundheit Sprache, Kommunikation und Schriftkultur Musik Darstellen und Gestalten Mathematik und Naturwissenschaft Soziales Leben.

Bei der Gestaltung und Ausstattung unserer Räume ist es von großer Bedeutung, dass alle Bildungsbereiche berücksichtigt sind und wir den Kindern dadurch eine optimale Möglichkeit zur individuellen Entwicklung bieten.

Stand: 2008

In unseren Kindertagesstätten werden die Kinder in den ersten beiden Lebensjahren in altersgemischten Gruppen (der Ein- bis zweijährigen) betreut, bevor sie in den Bereich der älteren Kinder wechseln.

Hier steht den Kindern ein weitaus größerer Spielbereich zur Verfügung. In mindestens zwei bis drei Räumen finden sie ein anregendes Entdeckungsfeld, in dem es viel zu Lernen gibt und eine liebevolle Betreuung, die den Forscherdrang und die Experimentierfreude der Kinder unterstützt. Die Kinder entscheiden selbst, wo, was und mit wem sie spielen möchten. Dadurch lernen sie intensiver und mit viel Freude. Sie haben zudem die Möglichkeit an vielseitigen Aktionen und Projekten teilzunehmen.

Positive Aspekte, die es in der offenen Arbeit gibt, auf einen Blick:

ein großes anregendes Entdeckungs- und Lernfeld übersichtliches, gut sortiertes Spielmaterial in großer Auswahl mehr Platz zum Spielen, da weniger Tische und Stühle in den Spielbereichen benötigt werden mehr Entscheidungsfreiheit und somit größere Zufriedenheit und Selbstständigkeit der Kinder optimale Förderung durch individuelle Angebote der unterschiedlichen  Erzieherinnen

Die gemeinsame Betreuung der Kinder unterschiedlichen Alters bis zum Schuleintritt schafft weitere Vorteile in der offenen Arbeit:

kein weiterer Betreuungswechsel für das Kind bis zum Schuleintritt besondere Anregung für die Kleinsten durch nachahmendes Lernen ältere Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen, dies stärkt das Selbstwertgefühl und das Eigenvertrauen frühe „Geschwistererfahrung“- eine wichtige Erfahrung für Einzelkinder Kinder mit Entwicklungsverzögerungen können besser integriert werden als in einer Gruppe mit Gleichaltrigen, da der Altersunterschied zwangsläufig  zur Individualität auf allen Ebenen führt.

Stand: Januar 2007

Mit dem Begriff der Eingewöhnung wird der Prozess des Übergangs aus der vertrauten Familie in die noch unbekannte Kita beschrieben. Dieses bedeutet für ein Kind eine starke Veränderung, die vorbereitet und verarbeitet werden muss, denn es wird mit einer ihm fremden Umgebung (Menschen, Räume, Tagesablauf …) konfrontiert. Diese Situation fordert vom Kind eine enorme Anpassungsleistung. Wichtig ist in der Zeit der Eingewöhnung, die Beziehung zur Erzieherin aufzubauen. In diesem Moment ist die Anwesenheit und Aufmerksamkeit der elterlichen Bindungsperson von großer Bedeutung, um das innere Gleichgewicht des Kindes zu halten. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass Eltern ihr Kind zu Beginn ihres Besuches der Kita einige Tage begleiten und ausreichend Zeit einplanen.

Damit ein positiver Beginn in den ersten Minuten, Stunden und Tagen, in denen die Eltern uns ihr Kind anvertrauen möglich ist, widmen wir der individuellen Eingewöhnungszeit jedes einzelnen Kindes besondere Aufmerksamkeit.

Noch bevor das Kind bei uns aufgenommen wird, laden wir die Eltern zu einem Rundgang und einem Gespräch in die Kita ein. Dabei interessieren wir uns für die ganz individuellen Vorlieben, Eigenschaften und Bedürfnisse des Kindes und erkundigen uns nach dessen Entwicklungsstand. Mit den Eltern besprechen wir die drei verschiedenen Phasen der Eingewöhnung. Jedem neuen Kind wird eine pädagogische Kraft als Bezugsperson zugeteilt. Die Eingewöhnungszeit beträgt erfahrungsgemäß etwa vierzehn Tage, im Einzelfall auch länger.

Praktische Umsetzung der Eingewöhnung in unseren Einrichtungen

Erste Phase der Eingewöhnung:

An den ersten drei bis vier Tagen kommt die Mutter (Vater oder andere Bindungsperson des Kindes) für ca. eine Stunde mit dem Kind in die Kita. Der Zeitrahmen soll zuvor mit der Erzieherin besprochen werden und während der Spielphase stattfinden. Die Eingewöhnung erfolgt in kleiner Gruppe mit nicht mehr als vier anderen Kindern. Die Mutter (oder andere Bindungsperson) sollte sich während dessen in einen ruhigen Bereich des Raumes zurückziehen und eher eine passive Rolle übernehmen. So gibt sie dem Kind durch ihre Anwesenheit Sicherheit und ermöglicht der Erzieherin vorsichtig Kontakt zu dem Kind aufzunehmen ohne es zu bedrängen. Das heißt, die anwesende elterliche Bezugsperson wird nun vom Kind als „sichere Basis“ benutzt, um die neue Beziehung zur Erzieherin aufzubauen. Das geschieht am besten über Spielangebote oder die Erzieherin beteiligt sich an den Aktivitäten des Kindes.

Zweite Phase der Eingewöhnung:

Am vierten Tag der Eingewöhnung (der kein Montag sein sollte) verabschiedet sich die Mutter erstmals für ca. zwanzig Minuten vom Kind. Sie bleibt währenddessen im Haus. Sollte das Kind nicht innerhalb kurzer Zeit zum Spiel finden und sich deutlich unwohl fühlen, wird die Mutter informiert. Sie nimmt dann wie zuvor für die restliche Spielzeit die passive Rolle ein. Erst wenn die Trennung ohne Probleme erfolgt leiten wir die dritte Phase der Eingewöhnung ein.

Dritte Phase der Eingewöhnung:

Die Abwesenheitszeit der Mutter wird stufenweise gesteigert, von einer Stunde bis zu einem vorerst halbtätigen Aufenthalt des Kindes in der Kita. Sie hält sich jedoch weiterhin in der Nähe auf, um bei Bedarf schnell zur Verfügung zu stehen. Die Erzieherin übernimmt nun in Anwesenheit der Mutter allmählich ggf. das Füttern und Wickeln des Kindes und die Vorbereitung auf die Schlafsituation. Die Eingewöhnungszeit ist dann abgeschlossen, wenn zwischen dem Kind und der Erzieherin ein vertrauensvolles Verhältnis besteht und das Kind sich dauerhaft von ihr beruhigen und trösten lässt. Auch in unseren Horten geben wir jedem Kind die Möglichkeit sich einzugewöhnen. Im Rahmen der bewussten Gestaltung des Überganges vom Kindergarten in die Schule werden die Kinder mit dem Hort bekannt gemacht. Weitere Informationen bzw. Material können bei der Leiterin der Einrichtung angefragt werden.

Stand: 2006

Das Entwicklungsgespräch ist ein Gespräch zwischen dem/der Bezugserzieher/in und (möglichst) beiden Elternteilen.

Im Entwicklungsgespräch findet ein Austausch über die Interessen, Bedürfnisse, Themen und statt. Beobachtungen über Interessen und Themen zum Kind werden aus familiärer und aus institutioneller Sicht beschrieben.

Hierbei stehen das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung des Kindes sowie seine Verhaltensweisen, Aktivitäten und Spielpartner im Vordergrund.

Einen wesentlichen Bestandteil im Gespräch nimmt der Bereich der Kompetenzentwicklung des Kindes ein. Grundlage sind verschiedene Aspekte der kindlichen Entwicklung. Dazu gehören die sprachliche Entwicklung des Kindes, seine kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten, die Ausprägung der Grob- und Feinmotorik und seiner kreativ-musischen Fertigkeiten. Beobachtungen und Informationen über den Entwicklungsstand des Kindes werden ausgetauscht, die durch das Kind erworbenen und noch zu entwickelnden Kompetenzen besprochen und es wird gemeinsam überlegt, wie das Kind im familiären und institutionellen Alltag angemessen gefördert werden kann. In Vorbereitung auf diesen Austausch wird das Frühwarnsystem „Grenzsteine der kindlichen Entwicklung“ in Kinderkrippe und Kindergarten als Orientierung genutzt.

Entwicklungsgespräche verlaufen auf der Ebene der Pädagogen nach den drei systemischen Gesichtspunkten: Reflexion, Analyse und Förderung in Form einer Zielvereinbarung. In der Reflexion wird das Kind in unterschiedlichen Spiel- und Alltagssituationen beschrieben. In der Analyse wird durch die genauen Beschreibungen des Entwicklungsstands des Kindes und anhand seiner Verhaltensweisen analysiert, welche Kompetenzen sich gut entwickelt haben, welche Vorlieben und Interessen das Kind beschäftigen und ob in bestimmten Bereichen spezieller Entwicklungsbedarf aus Sicht der Fachkräfte besteht. In der abschließenden Gesprächsphase werden anhand der ausgetauschten Informationen zum Kind gemeinsame Entwicklungsziele besprochen bzw. Möglichkeiten zur individuellen Unterstützung festgelegt.

Um das Entwicklungsgespräch professionell und gut vorbereitet durchführen zu können, sind folgende Vorbereitungen notwendig:

Im Alltag wird das Kind in den Prozessen seiner Entwicklung über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Situationen beobachtet. Dazu werden die erworbenen Eindrücke von den Bezugserzieher/innen in den entsprechenden Beobachtungsformularen für Krippe, Kindergarten und Hort dokumentiert. Anhand der Dokumentation und unter Nutzung des Frühwarnsystems in Krippe und Kindergarten „Grenzsteine der kindlichen Entwicklung“ erhalten die Erzieher/innen eine Orientierung, welche Kompetenzen des Kindes in der jeweiligen Altersstufe auf eine altersentsprechende Entwicklung hinweisen. In Vorbereitung zu den Entwicklungsgesprächen findet der Austausch im Team und nach Bedarf mit der heilpädagogischen Fachberatung statt, um durch verschiedene Perspektiven einen umfassenderen Blick auf das Kind zu gewinnen. Die Eltern erhalten bei den Aufnahmegesprächen eine Information zum Verlauf und den Inhalten der Entwicklungsgespräche. Die Entwicklungsgespräche finden im Krippen- und Kindergartenalter mindestens ein Mal jährlich ca. zur Zeit des Geburtstages des Kindes statt. Die Eltern erhalten dazu von der/n Bezugserzieher/innen eine schriftliche Einladung. In Vorbereitung auf das Gespräch erhalten die Eltern einen Fragebogen zum Gespräch (Entwicklungsgespräch-Elternfragebogen).

Im Hortalter wird ein Mal jährlich ein Entwicklungsgespräch angeboten. Die Eltern werden über Aushänge an der Informationswand eingeladen bzw. über die Möglichkeit informiert. In Einzelfällen und nach pädagogischer Einschätzung der Erzieher/innen werden Eltern gezielt angesprochen und eingeladen. Die Erzieher/innen sorgen für eine angenehme Gesprächsatmosphäre, in der ein vertrauensvoller und wertschätzender Austausch für ca. 45 bis 60 min ungestört stattfinden kann.

Stand: Dezember 2015

Die gesamte Kita-Zeit – und nicht erst das letzte Jahr vor Eintritt in die Schule – ist für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Vom ersten Tag an finden vorschulische Erziehung, Bildung und liebevolle Betreuung kontinuierlich statt. Für die Kinder ist es dennoch etwas ganz Besonderes, im letzten Kindergartenjahr endlich zu den „Großen“ zu gehören, zu denen, die bald in die Schule dürfen. Darauf sind sie natürlich stolz. Dieses Gefühl möchten wir stärken und die Vorfreude auf den baldigen Schulbesuch wach halten bzw. wecken. Die Kinder sind gemeinsam mit ihrer Erzieherin Forscher, Wissenschaftler und Entdecker. Zum Beispiel unter dem Motto: „Wir lernen Teltow kennen“ geht es regelmäßig zur Exkursion hinaus. An einem anderen Tag werden die gewonnenen Eindrücke und Erlebnisse in der Kita ausgewertet und gegebenenfalls präsentiert und dokumentiert. Lernen in der Kita heißt freiwillig lernen. Anders als in der Schule folgen die Angebote der Erzieherinnen nicht einem vorgegebenen Lehrplan, sondern die Erzieherinnen orientieren sich an der Erlebniswelt und den Bedürfnissen der Kinder und motivieren sie dadurch, dass sie deren Ideen und Interessen aufgreifen und erweitern. Die Neugier der Kinder wird dabei in jeder Form gefördert und unterstützt. Das spielende Lernen in der Kita gelingt nur, wenn die Kinder mit Begeisterung und Emotionalität bei der Sache sind. Die Methode der Projektarbeit kann dabei ein geeignetes Mittel für das ganzheitliche Lernen (mit allen Sinnen) und damit für die positive Entwicklung des Kindes sein. Den eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag- die Kinder in geeigneter Form auf den Schulbesuch vorzubereiten- erfüllen die Erzieherinnen, indem sie den Kindern Bildungsangebote machen, die alle Entwicklungsbereiche ansprechen und die Fähigkeiten der Kinder erweitern.

Kinder werden in der Kita auf die Schule vorbereitet, indem sie lernen und entwickeln:

  • selbstständig zu sein (sich in der Umwelt orientieren können, zurechtkommen in alltäglichen Verrichtungen)
  • auf andere Kinder zuzugehen und Kontakte zu knüpfen, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden
  • Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • soziale Kompetenzen (Aushandeln und Einhalten von Regeln)
  • in der Gemeinschaft zu kommunizieren (Stellung zu nehmen, still zu sitzen, zuzuhören, nachzuerzählen)
  • grobmotorische Fähigkeiten (rückwärts laufen, Rolle, Ball fangen…)
  • feinmotorische Fähigkeiten (Umgang mit diversem Material)
  • sich zu konzentrieren (bei einer Beschäftigung zu bleiben, ausdauernd zu sein)
  • bei Schwierigkeiten standzuhalten
  • Aufgaben zu verstehen, auszuführen und zu lösen
  • mathematische und schriftsprachliche Grundkenntnisse, Interesse an Zahlen, Buchstaben, am Zählen und Schreiben (Lagebezeichnung, Umgang mit Mengen, Relationen, Formen)
  • Zusammenhänge zu erkennen, die Fähigkeit zu differenzieren
  • mit allen Sinnen differenziert wahrzunehmen…

Der sprachlichen Entwicklung wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt, weil allen bewusst ist, dass Defizite in diesem Bereich langfristig negative Folgen u.a. für den Lernerfolg des Kindes haben. Jedes Kind nimmt im letzten Jahr vor der Schule an der Sprachstandsanalyse teil. Die Erzieherinnen müssen die Kinder dafür genau beobachten (à siehe „Beobachtung und Dokumentation“). Die Individualität jedes einzelnen Kindes findet hierbei Beachtung. Insbesondere im Hinblick auf die Einschulung arbeiten die Erzieherinnen mit den Eltern eng zusammen, informieren jährlich über den Entwicklungsstand des Kindes und weisen ggf. auf besondere Förderbedarfe hin (à siehe „In Erziehungspartnerschaft mit Eltern“). Um den Kindern den Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule zu erleichtern, arbeiten Erzieherinnen und Lehrerinnen ständig, insbesondere vor der Einschulung, eng zusammen. Sie arbeiten mit Kooperationsverträgen, die die Zusammenarbeit verbindlich bestimmen. Die Kinder lernen möglichst vor Schuleintritt die Schule und deren Umgebung sowie den Hort kennen, sodass sie bei der Einschulung mit den neuen Institutionen vertraut sind.

Stand: 2005

Die Begleitung und Unterstützung der Schulkinder bei der Erledigung der Hausaufgaben ist ein wichtiger Aufgabenbereich der Erzieher/innen im Hort. Die Hausaufgabenbetreuung ist ein Angebot des Hortes. Zur Aufgabe des Hortes gehört es, im Rahmen seiner Angebotsgestaltung dafür zu sorgen, dass die Kinder neben der Hausaufgabenerledigung ausreichend frei verfügbare Zeit zum spielen und sich erholen haben. Die Kinder haben die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben in einem festgelegten Rahmen in einem dafür vorgesehenen Raum ungestört erledigen zu können. Es stehen die erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung (Lexika, Lineal, Fachbücher, ...).

Sie werden von mindestens einem/r Bezugserzieher/in begleitet und unterstützt. Für die Erledigung der Hausaufgaben wird der in den Schulverwaltungsvorschriften vorgeschriebene zeitliche Rahmen berücksichtigt. Es gibt ein Kontrollsystem, das die Kinder erfasst, die ihre Hausaufgaben im Hort erledigen müssen/sollen. Die Erzieher/innen leiten das Kind zur Arbeits- und Zeiteinteilung an, geben Hilfestellung zum selbständigen Arbeiten und sorgen für eine ruhige Atmosphäre. Die Kinder der ersten Klassen werden intensiver betreut als die nachfolgenden Klassen.

Ziel ist es, dass die Kinder möglichst bald lernen, die Hausaufgaben eigenverantwortlich zu erledigen. Aus diesem Grund wird nicht immer auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Aufgaben geprüft. Bei auftretender Konzentrationsschwäche, erheblichen Zeitüberschreitungen oder inhaltlichen Schwierigkeiten brechen die Erzieher/innen die Hausaufgaben ab und informieren die Eltern und Schule durch einen Vermerk unter der Aufgabe. Die Erzieher/innen stehen im Kontakt mit den Klassenleiter/innen. Für individuelle Schulaufgaben einzelner Kinder, die im Unterricht nicht geschafft wurden, ist der Hort nicht zuständig. Trotz des Hausaufgabenangebots des Hortes liegen die Erledigung mündlicher Übungs- und Leseaufgaben sowie die Endkontrolle der Hausaufgaben in der Verantwortung der Eltern. Definition „Hausaufgaben“ lt. Schulverwaltungsvorschrift (§ 146 und des § 43 Absatz 2 des Brandenburgischen Schulgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. August 2002 (GVBl. I S. 78): „… dienen der Festigung und Vertiefung des im Unterricht erarbeiteten ... sollen zu selbständigem Arbeiten hinführen und befähigen. Sie müssen im Umfang und Schwierigkeitsgrad der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler entsprechen und von diesen ohne fremde Hilfe bewältigt werden können.“

Stand: 2013

Bevor das Kind in eine unserer Tageseinrichtungen aufgenommen wird, gibt es ein Aufnahmegespräch mit der Leiterin. Die Eltern bekommen die Konzeption der Einrichtung überreicht und werden zu einem Rundgang durch das Haus eingeladen.

Nach Möglichkeit wird den Eltern die künftige Bezugserzieherin ihres Kindes vorgestellt, die im anschließenden individuellen Gespräch Besonderheiten des Kindes erfragt und die Eingewöhnung bespricht.

Im Hort findet bis spätestens vier Wochen nach Schulbeginn eine Informationsveranstaltung für die Eltern statt.

In allen Einrichtungen ist uns eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wichtig. Nur wenn die Inhalte unserer Konzeption mit den Vorstellungen unserer Eltern übereinstimmen und sie über  Zielvorstellungen und Hintergründe unserer Arbeit informiert werden, kann eine optimale Zusammenarbeit gelingen.

Dies wollen wir ermöglichen durch:

  • Aufnahmegespräche
  • Elternsprechstunden
  • jährlich stattfindende Entwicklungsgespräche
  • Elterncafe
  • gemeinsame Feste und Feiern
  • Mitwirkung im Kita-Ausschuss
  • Hausbesuche
  • Hospitationsmöglichkeiten für Eltern
  • Infowände
  • Elternversammlungen
  • auf Gruppenebene
  • themenbezogene Infoveranstaltungen
  • hausinterne Infoveranstaltungen

Alle Fachkräfte in den Einrichtungen sind stets bemüht, die Eltern mehr in die Strukturen der Einrichtung zu integrieren, so dass es zu einem wechselnden Austausch und beidseitiger Offenheit kommt. Das gegenseitige Anerkennen der Kompetenzen ist eine wichtige Grundvoraussetzung für das Gelingen einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Eltern und Teams.

Stand: Januar 2007

Kinder besser schützen

Der beste Kinderschutz wird dadurch gewährleistet, dass die Eltern dabei unterstützt werden, ihre Erziehungsaufgaben im Interesse ihrer Kinder liebevoll und mit Freude wahrzunehmen. Wenn es jedoch zu Misshandlung und Vernachlässigung kommt, hat der Schutz des Kindes Vorrang vor dem Recht der Eltern auf Ausübung ihrer Personensorge.

Gewalt umfasst neben körperlichen Verletzungen auch psychische und seelische Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Kindes. Kindesmisshandlungen schädigen das Wohl und die Rechte des Kindes. Gewalt gegen Kinder wird am häufigsten in der Familie und in deren unmittelbarem Umfeld ausgeübt. Durch Kindesmisshandlung werden Kinder nicht zufällig geschädigt. Die Gewaltanwendung von Erwachsenen gegenüber Kindern ist dabei häufig eine Folge von Überforderung in der Erziehung oder ihrer Hilflosigkeit. Für einen wirksamen Kinderschutz ist deshalb ein familienorientierter Ansatz wichtig, der in Zusammenarbeit mit den Eltern unter Einbeziehung der Gewalt auslösenden Problemkonstellationen erfolgt. Durch angemessene Hilfe- oder Schutzangebote wird die Familie nachhaltig unterstützt.

Das Kind hat eine komplexe Erwartung an die Hilfe. Es will Schutz und es will, dass seine Familie akzeptiert und unterstützt wird. Die Loyalität des Kindes gegenüber den Eltern darf nicht in Frage gestellt werden.
„Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine individuelle, personale und soziale Entwicklung, das heißt, sie haben das Recht zu wachsen, zu lernen und zu gedeihen, ihre Persönlichkeit zu entfalten und sich damit zu emotional stabilen, eigenständigen, einfühlsamen und sozial verantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln.“ (KJHG) Seit dem Jahr 2000 haben Kinder durch eine Änderung des § 1631 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

Nach der Einnahme des Mittagessens wird im gesamten Haus eine entspannte und ruhige Atmosphäre geschaffen.

Krippenkinder werden erst einmal zum Schlafen hingelegt.

Für Kindergartenkinder, die schlafen möchten, wird ein entsprechender Raum zur Verfügung gestellt. Jedes Kind der Einrichtung sucht sich selbst einen Platz zum Ausruhen, Entspannen oder Schlafen. Die Erzieher*innen sorgen für eine ruhige Situation und bieten verschiedene Angebote an, die dies unterstützen.

Individuelle Bedürfnisse des Kindes werden hierbei berücksichtigt. Kein Kind wird zum Schlafen gezwungen. Nach der Ausruhphase stehen Kinder, die nicht eingeschlafen sind, leise wieder auf.

Mit den Kindern, die nicht schlafen, werden Regeln besprochen und auf die Einhaltung geachtet. Erzieher*innen haben die Aufgabe, den Kindern durch diese Regelungen entsprechende soziale Kompetenzen, wie z.B. Rücksichtnahme und Einhaltung von Absprachen zu vermitteln.

Wenn Eltern darauf bestehen, dass ihr Kind schlafen oder nicht schlafen soll, erläutert der/die Bezugserzieher*in, dass es vom Schlafbedürfnis des Kindes abhängt, ob es schläft oder nicht (Hinweis auf die Rechte der Kinder).

Stand: Januar 2020

Das pädagogische Angebot soll vom Interesse der Kinder ausgehen und durch neue Impulse ausgebaut und somit die Sichtweisen der Kinder erweitert werden. Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Kinder im Laufe der Zeit selbst an den Angeboten beteiligen. Kinder, die zunächst passiv sind, können durch ein behutsames Hinführen ermuntert und motiviert werden, indem die Erzieherin durch gezielte Beobachtungen an den Stärken des Kindes ansetzt.

Es gibt unterschiedliche Formen der Angebotsgestaltung. Feste Angebote sind regelmäßig stattfindende Angebote, denen ein bestimmtes Thema übergeordnet ist. Diese  Angebote können offen gestaltet und nicht an eine bestimmte Personengruppe oder eine Altersgruppe gebunden sein, so dass die Mädchen und Jungen bei vorhandenem Interesse jederzeit teilnehmen können. Sie finden zu bestimmten Zeiten, Tagen und an bestimmten Orten statt und die Vorbereitung sowie die Betreuung dieser Angebote sind an eine bestimmte Person gebunden.

Feste Angebote sind regelmäßig stattfindende Angebote mit einer bestimmten Gruppe von Kindern, die über einen festgelegten Zeitraum an diesem Angebot kontinuierlich teilnehmen. Feste Angebote können Projekte sein oder Projektcharakter haben.

Offene Angebote sind  Angebote, die von allen Mädchen und Jungen sofort genutzt werden können. Auch sind diese nicht an feste Zeiten gebunden, sondern die Kinder können ihre Freizeit während der Öffnungszeiten eigenverantwortlich gestalten. Offene Angebote können von Erzieher/innen begleitet werden oder von den Kindern selbständig initiiert werden. Diese müssen nicht immer geplant werden, sondern entwickeln sich aus den spontanen Interessen der Kinder. Auch der vorbereitete Raum gilt als offenes Angebot.

Geplante Angebote sind praxisbezogene Einheiten, die einem pädagogischen Ziel folgen.

Zielsetzung:

  • Förderung der Selbstbildungspotenziale des Kindes
  • Förderung von Basiskompetenzen, von grundlegenden Fertigkeiten sowie von Persönlichkeitsmerkmalen, die das Kind befähigen mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen
  • Förderung der ganzheitlichen Entwicklung, der Sinneswahrnehmung

damit verbundene Aufgaben:

  • Kinder im Alltag  und in ihrem Tun, ihrer Auseinandersetzen mit der Umwelt beobachten und die Interessen und Themen erkennen
  • Erkennen von Entwicklungsmöglichkeiten und Bereitstellung entsprechender Entwicklungsräume/ - Angebote
  • Förderung der Motivation der Kinder, Kindern Themen zumuten
  • Bereitstellung vielseitiger Materialien

Die Vorbereitung soll schriftlich in Stichpunkten erfolgen, das unterstützt den gedanklichen Prozess.

Systematische Beobachtung ist die Voraussetzung, um Bildungsprozesse, also den individuellen Entwicklungsstand der Kinder wahrzunehmen. Sie ist die Grundlage für jede Planung, Anregung und Förderung.

Voraussetzung zur Angebotsgestaltung:

  • Bildungsbereiche kennen und in die Planung einbeziehen
  • Bedürfnisse und Interessen der Kinder durch Befragung und Beobachtung erkennen
  • „Gedanken zum Kind/ zur Gruppe“; Blick aufs Kind
  • Welche Kompetenzen möchte ich fördern?
  • Welche Materialien benötige ich?
  • Zeitrahmen und Organisation beachten
  • Räumlichkeiten und Absprachen

Durchführung: (evtl. Dokumentation)

  • während des Prozesses beachten, dass der Weg zu einem bestimmten Ziel, also das Vorgehen wichtiger ist, als das Ziel selbst
  • während des Angebots sollte flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder reagiert werden
  • das Ziel kann sich während der Durchführung auch ändern, hängt vom Interesse und der Motivation der Kinder ab
  • sollte sich die eigentliche Zielsetzung während des  pädagogischen Angebots verändern, ist es wichtig, das dann gewählte Vorgehen anschließend entsprechend  pädagogisch zu begründen

Nachbereitung:

  • Reflexion der Vorbereitung und Durchführung
  • Klärung von Begrifflichkeiten
  • Auseinandersetzung mit den Themen der Kinder , die während des Angebots deutlich wurden
  • Austausch über Vorstellungen und Gedanken zur Durchführung, den benutzten Methoden und den Reaktionen der Kinder im Kleinteam

→ Reflexionsbögen –Brandenburgisches Bildungswerk

Stand: Juni 2014

Das Portfolio ist das Eigentum des Kindes. Im Portfolio wird die fortlaufende Entwicklung des Kindes dargestellt. Das Portfolio wird gemeinsam mit dem Kind erarbeitet. Das Kind wird in die Gestaltung einbezogen und darf über die Auswahl von Fotos mitentscheiden. Die Fotos zeigen Entwicklungsschritte oder besondere Augenblicke des Kindes auf. Ein Portfolio ist kein Foto- oder Bilderbuch.

Bei der Gestaltung des Portfolios ist folgendes zu beachten:

  • Gliederung

Das Deckblatt wird von den Eltern gestaltet. Auf der zweiten Seite wird die von der/ dem Bezugserzieher/in geschriebene Eingewöhnungsgeschichte für das Kind eingeheftet. Anschließend folgt die Dokumentation. Texte werden vorwiegend mit Computerschrift erstellt.

  • Dokumentation

Die äußere Form der Dokumentation ist ansprechend. Für verwendete Fotos des Kindes gibt es das Einverständnis der Eltern und des Kindes. Die Dokumentation enthält Erzählungen des Kindes. Die Dokumentation enthält Bilder des Kindes. Bilder werden durch begleitende Erklärungen erläutert. Die Dokumentation enthält Aufzeichnungen, welche Fähigkeiten das Kind zum aktuellen Zeitpunkt entwickelt hat. Die Dokumentation enthält Entwicklungsziele des Kindes. Mindestens einmal im Jahr wird eine Bildungs- und Lerngeschichte geschrieben.

Stand: 2017

„Selbständig auf den Topf oder die Toilette zu gehen, geht einher mit der Entwicklung des Körperbewusstseins und ist ein großer Entwicklungsschritt im Leben eines Kindes.“[1]

Neurophysiologische Faktoren bestimmen den zwei- bis vierjährigen individuellen Entwicklungsprozess eines Kindes von der Schließmuskel-Kontrolle bis zur vollständigen Sauberkeit (selbständiges Hinauszögern, Toilettengang im Voraus). Bestimmte Muskeln und Nervenbahnen müssen ausgebildet sein, damit das Kind seine Blasen- und Enddarm-Muskulatur kontrollieren kann.

Durch Modell, Nachahmen und Unterstützung lernen Kinder die gängigen Toilettengewohnheiten. Den Darm kontrollieren Kinder in unserem Kulturkreis zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag. Das „Trockenwerden“ kann durch individuelles Eingehen einerseits und durch Rituale andererseits am besten unterstützt werden.[2]

Ausgehend vom Wohl des Kindes und der natürlichen Entwicklung des Körper-bewusstseins eines jeden Kindes, gelten in unserem Unternehmen folgende Bedingungen zum „ trocken werden“:

  • Information an und in Absprache mit den Eltern
  • ohne Druck und Zwang, keine „Dressur“ oder „Antrainieren“ (bei einem Sauberkeitstraining werden ausschließlich die Reflexe des Kindes trainiert)
  • Berücksichtigung von Entscheidungen des Kindes, verständnisvolle Begleitung des Prozesses (sträubt es sich, die Toilette zu benutzen, lassen wir es gewähren, denn letztlich entscheidet das Kind, wann es seine Blase oder seinen Darm entleert)
  • Förderung der Körperwahrnehmung des Kindes, Motivation des Kindes, Mut machen, erfolgreichen Toilettengang loben; wichtig ist, dass das Kind den Gang zur Toilette als positiv erlebt.

Wir arbeiten individuell nach den Bedürfnissen, der Entwicklung und ausgehend von den Signalen des Kindes. Das sind z.B.:

  • das Kind nimmt Stuhl- oder Harnabgabe wahr und unterbricht seine Aktivität
  • nach Stuhl- oder Harnabgabe in die Windel spricht das Kind von „Pipi gemacht“ – es sollte für die Meldung gelobt werden
  • das Kind trippelt, tänzelt oder hält sich den Harnausgang – es sollte auf die Toilette gebracht und bestätigt werden[3]

Den Kindern werden vielfältige Möglichkeiten, wie Topf oder Toilette nicht in einem festgelegten Zeitraum, jedoch unter Berücksichtigung von Ritualen, wie z.B. nach dem Mittagessen oder vor dem Rausgehen angeboten.

Das Schamgefühl des Kindes wird berücksichtigt.

Grundlegende Voraussetzung ist, dass das Kind selbstständig die Toilette beziehungsweise das Töpfchen benutzen und darauf sitzen kann. Damit nichts daneben geht, muss es zunächst lernen, einen stabilen Halt auf der Toilette zu finden.[4]

Hände waschen:

  • vor und nach den Mahlzeiten
  • nach Toiletten-  oder Topfbenutzung

Stand: 2010


[1] Auszüge aus „Was Krippenkinder brauchen“, C. van Dieken, Herder 2012

[2] Auszüge aus dem Beitrag „Physiologische und psychologische Aspekte der Sauberkeitsentwicklung“ aus der Reihe KiTa Fachtexte, Gabriele Haug-Schnabel, Privatdozentin für Verhaltensbiologie und Entwicklungsforschung

[3] Auszüge aus dem Beitrag „Physiologische und psychologische Aspekte der Sauberkeitsentwicklung“ aus der Reihe KiTa Fachtexte, Gabriele Haug-Schnabel, Privatdozentin für Verhaltensbiologie und Entwicklungsforschung

[4] www.erzieherin-online.de

Der Übergang von der Kita in den Hort und in die Schule stellt für Kinder eine große Herausforderung dar. Diese Bewältigung bietet aber zugleich viele Entwicklungschancen. Die Kinder bei der Entwicklung vom Kindergartenkind zum Schulkind zu begleiten, ist eine wichtige gemeinsame Aufgabe der Kindergärten, Horte  und Grundschulen.

Der erste Eindruck in einer neuen Umgebung ist entscheidend. Die Atmosphäre einer Einrichtung spiegelt die pädagogische Haltung und die Zusammenarbeit im Team wieder.

Eine wertschätzende, freundliche Haltung der Mitarbeiter/innen gegenüber Eltern und Kindern unterstützt das Kennenlernen, das Einleben der Kinder und das Miteinander. Eine fröhliche, positive Ausstrahlung der Mitarbeiter/innen sowie ein offenes Klima erleichtern die gegenseitige Kontaktaufnahme zwischen Eltern, Erzieher/innen und Kindern und es können erste Informationen ausgetauscht werden.

Die ansprechende Gestaltung der Etagen und Räume ermöglicht Einblicke in die Themen des Hortalltags. Darüber hinaus ist eine Dokumentation erforderlich, die übersichtlich, aktuell und strukturell aufgebaut ist und einen ersten Überblick zur Organisation des Alltags aufzeigt. Die Themen und Wünsche der Kinder spiegeln sich in den wöchentlichen Angeboten und Aktivitäten wieder, die zur Orientierung im Eingangsbereich aushängen. Darüber hinaus werden Aktionen durch Fotos dargestellt.

Funktionell eingerichtete Themenräume, die hell, farblich ansprechend und einladend eingerichtet sind, strahlen eine Atmosphäre aus, in der jeder willkommen ist und die zum Spielen und Verweilen auffordern.

Eine angemessene Grundordnung und Sauberkeit im gesamten Haus ist grundsätzlich einzuhalten, da diese zum äußeren Eindruck entscheidend beiträgt.

Der Prozess des Übergangs:

Die Kindergartenkinder werden im Frühjahr vor der Einschulung von den Horten am Vormittag eingeladen, um einen ersten Eindruck von der neuen Umgebung zu gewinnen. Sie lernen die Räume, das Außengelände und die Erzieher/innen kennen und können spielerisch den Hort für sich erkunden.

Die Schulen gestalten erste „Schnupperstunden“, die von Kindergartenkindern besucht werden.

Erzieher/innen aus den Horten, die zukünftig für die 1. Klasse verantwortlich sind, besuchen im zweiten Halbjahr einige Kindergärten, um einen Einblick in die dortige pädagogische Arbeit zu erhalten. Dabei erleben sie die Kinder im Spiel und Zusammensein mit anderen Kindern.

Eltern erhalten an den Anmeldenachmittagen in den Schulen erste Informationen zu den Horten durch das Aushändigen der Hortbroschüre und können Fragen an die/den HortleiterIn stellen.

Vor den Sommerferien finden Elternabende in den Schulen statt, an denen auch Horterzieher/innen teilnehmen, um zu organisatorischen Themen Auskunft zu geben.

Ab Sommer führen die Erzieher/innen in den Horten individuelle Aufnahmegespräche  mit den Eltern durch.  Für die Gespräche gibt es zur Unterstützung der Erzieher/innen einen Leitfaden für Erstgespräche und entsprechende Aufnahmeformulare. In diesem Gespräch werden Fragen, Wünsche und Informationen zum Kind ausgetauscht und Eltern erhalten Informationen zu den Zielen, Abläufen und Regeln im Hort. Um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Erzieher/innen und Eltern zu erreichen, ist dieser gegenseitige Austausch die Grundlage der pädagogischen Arbeit.

In den Horten findet zusätzlich zum Schulelternabend ein Informationsnachmittag oder -abend statt, der für Eltern der ersten Klassen zur inhaltlichen Orientierung und für Nachfragen angeboten wird.

In den Horten werden die 1. Klassen zu Beginn der Schulzeit in den ersten Wochen in einem behutsamen Rahmen begleitet, der anfangs von der/dem Bezugserzieher/in gestaltet wird. Sie/Er betreut die Bezugskinder in dieser Zeit intensiver, um diese besser kennenzulernen. Die Kinder werden mit den Räumen, Außengeländen, Strukturen und Regeln vertraut gemacht und lernen sich in der neuen Gruppe kennen.

Die Bezugserzieher/innen nehmen Kontakt zum/zur Klassenlehrer/in auf. In der Anfangsphase befinden sie sich mit dem/der Lehrer/in im engeren Austausch.

Nach einer ca. 4 bis 6-wöchigen Orientierungsphase sind die Kinder mit den gruppenübergreifenden Strukturen und Angeboten im Hort vertraut und nehmen die Bereiche entsprechend ihrer Interessen und Bedürfnissen an.

Stand: Dezember 2015

In den Krippen unserer Tageseinrichtungen werden in der Regel Kinder im Alter von 9 Wochen bis zum dritten Lebensjahr gemeinsam in einer Gruppe betreut. Mindestens zwei Erzieherinnen sind für eine Gruppe (ab einer bestimmten Anzahl von Kindern) verantwortlich.
Die Kinder haben ganz besonders in den ersten Lebensjahren das Bedürfnis nach Geborgenheit und intensiver Zuwendung. Diese „Nestwärme“ möchten wir ihnen geben.
Die Kleinen halten sich, trotz wachsender Selbstständigkeit noch sehr gerne bei ihrer Bezugserzieherin auf. Sie gibt ihnen die Sicherheit, die sie benötigen, um Kontakt zu anderen Kindern und zum Umfeld aufzunehmen. Je wohler sich das Kind in der Nähe der Erzieherin fühlt, desto offener reagiert es auf die Reize seiner Umwelt und die Lernangebote.
Der Tagesablauf ist stark an den individuellen Bedürfnissen der Kinder orientiert. Beispielsweise hat ein viermonatiges Kind ein anderes Schlafbedürfnis als ein zweijähriges. Gerade in einem überschaubaren Bereich kann auf jedes Kind individuell und liebevoll eingegangen werden.
Im Kleinkindalter ist es insbesondere wichtig, dass die Kinder ausreichend Platz haben, um sich zu bewegen. Sie sollen verschiedene Ebenen erklimmen können (à siehe „Bildung durch Raumgestaltung“).
Feste Gewohnheiten und Rituale vermitteln zudem Geborgenheit und bereichern den Tag. Diese sind beispielsweise:

  • Singen
  • Spielen
  • Malen
  • Bewegung
  • Tanzen
  • Essen und Trinken
  • Waschen und Wickeln
  • Schlafen

In der Krippengruppe bieten wir den Kindern zunächst nur ein begrenztes, dem Alter entsprechendes, Entdeckungsfeld an.
Die Räume sind so ausgestattet, dass es eine Menge zu entdecken und begreifen gibt und sie verschiedene Aktivitäten und Ausdrucksmöglichkeiten für die Kinder bieten. Daher gibt es – neben den gemeinsamen Gruppenaktionen – für jedes Kind eine Menge Zeit und Gelegenheit zum Freien Spiel. Die Erzieherinnen unterstützen dies, sie begleiten und motivieren die Kinder in ihrem Tun.

Stand: Juni 2010

Pädagogische Qualität in unseren Einrichtungen heißt, Kinder körperlich, emotional, sozial und intellektuell zu fördern. Wir wollen ihre Individualität berücksichtigen sowie die Sozialkompetenz weiter entwickeln und stärken. Unser Anliegen ist es, die jetzige Bildung jedes Kindes zu unterstützen und wesentliche Grundlagen für die Zukunft legen.

Damit unterstützen wir auch die Familien in ihrer Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsverantwortung.
Kinder sind von Geburt an mit allen Kräften bemüht, sich ein Bild von der Welt zu machen und darin handlungsfähig zu werden.

Im Zentrum unseres Bildungsverständnisses steht deshalb die Aktivität des einzelnen Kindes. Kinder eignen sich die Welt ganzheitlich an, indem sie experimentieren, Wissen sammeln, Erfahrungen machen durch Versuch und Irrtum, durch Wiederholungen und durch Nachahmung lernen (à siehe „Unsere Krippen“ und „Die gruppenübergreifende/offene Arbeit in unseren Kindertagesstätten“).

Wir ermöglichen jedem Kind in jeder Einrichtung den Zugang zu den sechs Bildungsbereichen der „Grundsätze der pädagogischen Arbeit in Brandenburg“, die wir für die Kitas unseres Unternehmens für verbindlich erklärt haben. Bei den Bildungsbereichen handelt es sich um:

  • Körper, Bewegung und Gesundheit,
  • Sprache, Kommunikation und Schriftkultur,
  • Musik,
  • Darstellen und Gestalten,
  • Mathematik und Naturwissenschaften und
  • Soziales Leben.

Kinder lernen durch gemeinsames, wechselseitiges Handeln und kommunizieren mit anderen Kindern wie auch mit ihren Erzieherinnen und anderen Erwachsenen. Dieses geschieht auf sprachlicher und nicht- sprachlicher (nonverbaler) Ebene.

Eine räumlich-materielle Umwelt, die so organisiert ist, dass Kinder maximal unabhängig und erfolgreich sein können (lernen können), gibt den Kindern mehr Gelegenheit für erfolgreiche Kontakte zu anderen, Diskussion und Freude (àsiehe „Bildung durch Raumgestaltung“).

Insbesondere die Methode der Projektarbeit findet deshalb in unseren Kitas Anwendung (à siehe „Förderung der Schulbereitschaft“). Hierbei werden Lernfreude, Neugierde und Forscherdrang gestärkt und durch Beobachtungsgänge unterstützt. Wir versuchen die Kinder so zu motivieren, dass sie sich dem Entwicklungsstand entsprechende Ziele stellen und diese verfolgen. Das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu entwickeln steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen.

Kinder benötigen emotionale Wärme, Geborgenheit und räumliche Möglichkeiten, die diesen Bedürfnissen entgegenkommen. Ebenso sind vorhersagbare Routinen, um sich sicher und geschützt zu fühlen, notwendig.

Für das gesunde Aufwachsen von Kindern ist es unerlässlich, dass sie das gemeinsame Miteinander der Erwachsenen – Eltern, Großeltern … und Erzieher/innen - erleben. Die Erwachsenen haben eine Vorbildwirkung auf das Kind (à siehe „In Erziehungspartnerschaft mit Eltern“).

Kinder brauchen Erwachsene, die sie in ihrem Interesse nach Wissen und Bildung unterstützen, anregen, begleiten und ihnen Mut machen. Es geht nicht um schnelle Antworten, sondern um systematische Unterstützung der Selbstbildungsprozesse.

Wir wollen die Kinder unterstützen, ihrer Kreativität maximal Ausdruck zu verleihen. Ein Werteverständnis bei den Kindern zu entwickeln, welches von gegenseitiger Achtung, Toleranz und Kritikfähigkeit geprägt ist, ist zentrale Aufgabe in unseren Einrichtungen.

Die Sprachförderung steht für uns als Mittel zum Umgang miteinander im Zentrum, insbesondere für Kinder mit Sprachbarrieren.

Wenn diese Bedingungen vorhanden sind, können Kinder gesund aufwachsen und sich gut entwickeln. Stellen wir in den Kitas fest, dass etwas zum Wohle des Kindes nicht optimal ist und/oder geändert werden muss, sprechen wir mit den Betreffenden (Erzieherin, Eltern, Umfeld) und suchen gemeinsam nach Lösungen.

All unsere Bemühungen finden mit den Eltern als Erziehungspartner gemeinsam statt (à siehe „Öffentlichkeitsarbeit/Zusammenarbeit mit anderen Institutionen“).

Das Mehrgenerationenhaus/Familienzentrum kommt seiner Aufgabe bei der Unterstützung der Familien ebenfalls nach (à siehe Mehrgenerationenhaus/Familienzentrum „Philantow“ Teltow). Die Kitas unseres Unternehmens sind ein wesentlicher Kooperationspartner des Mehrgenerationenhauses/Familienzentrums „Philantow“.

Stand: 2005